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Verein für biologisch-dynamisches Saatgut von Heilpflanzen
 
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Aktuelles

Liebe BesucherInnen der HORTUS-Website, wir laden Sie herzlich ein unseren neuen Rundbrief zu lesen. Sie erfahren vom Stand der NAP-Projekte, von unserer Kooperation mit Ärzten und Neues vom Verein!

 

  • HORTUS OFFICINARUM Rundbrief Nr. 19



  • Die Mitgliederversammlung und Sommerexkursion vom 23./24. Mai 2020 konnte wegen der eingeschränkten Versammlungsfreiheit leider nicht durchgeführt werden. An der schriftlichen Abstimmung über die obligaten Agendapunkte haben fast die Hälfte der Mitglieder (in zustimmendem Sinn) teilgenommen, wofür sich der Vorstand herzlich bedankt!
    Mit dem Bericht des Präsidenten über die Tätigkeiten des Vereins im Jahr 2019 kann ein wesentlicher Teil der Mitgliederversammlung «nachgeholt» werden.

     

  • Jahresbericht des Vereins HORTUS OFFICINARUM 2019

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    Die Exkursion wird auf nächstes Jahr verlegt. Wir freuen uns, dass uns die Gastgeberin, die Deutsche Homöopathie-Union DHU, ihre Zusage auch für 2021 bereits bestätigt hat!


    HORTUS OFFCINARUM - Rundbriefe für die Mitglieder. Informationen über die Tätigkeiten des Vereins und neue Nachrichten für alle Interessierten. Lesen Sie in unserem Frühlingsrundbrief den Bericht von der Fachtagung des Netzwerks Kräuter BW und das Neueste über die HORTUS-Projekte.

     

  • Rundbrief Nr. 18 Frühling 2020

  • Rundbrief Nr. 17 Herbst 2019

  • Rundbrief Nr. 16 Frühling 2019


  • HORTUS OFFCINARUM ist von den Weleda-Nachrichten porträtiert worden. In der Ausgabe Herbst 2019 findet sich ein Interview mit den HORTUS-MitarbeiterInnen im Raum Arlesheim über Ziele und Arbeit des Vereins. Sie können es hier lesen:

     

  • HORTUS OFFICINARUM in den Weleda-Nachrichten

  • Link zum HORTUS-Artikel im Werde-Magazin



  • HORTUS hat gefeiert: Aus Anlass des 93. Geburtstags von Ilmar Randuja haben wir am 7. September im Rüttihubelbad einen botanischen Festtag mit Peer Schilperoord zum Goethe’schen Metamorphosebegriff organisiert. Die Veranstaltung war erfreulich gut besucht, manche Menschen sind von weither angereist. Am Nachmittag konnten die Teilnehmer Peer Schilperoords neu entwickeltes Lehrmittel zum Verstehen der Vielfalt von Blattformen in praktischen Übungen kennenlernen. Anschliessend hat er seine reichhaltige Ausstellung «Pflanzenwelt - ein Spiel mit Formen» vorgestellt. Sein Vortrag am Abend bot den Zuhörern faszinierende Einblicke in die Verwandlungsfähigkeit des Pflanzenwesens.
    Die Ausstellung war nach der Veranstaltung noch bis zum 22. September im Rüttihubelbad zu sehen und wird weiterhin an verschiedenen Orten in der Schweiz präsentiert.
  • Informationen dazu auf der Website "Urpflanze" von Peer Schilperoord


    Liebe HORTUS-Mitglieder, die gemeinsam mit dem Netzwerk Kräuter BW veranstaltete Sommerexkursion 2019 begann am 25. Mai in Marburg/Hessen mit einer Stadtführung. Anschliessend besuchten wir den Kräuteranbaubetrieb Krebsbachhof. Zurück in Marburg führte uns Andreas Titze, Direktor des Botanischen Gartens, sehr anschaulich in laufende ökologische Projekte vor Ort ein. Bei einer sonntäglichen Führung zeigte er uns persönlich die Highlights des von ihm geführten botanischen Gartens. Wenn Sie sich für die Details der Sommerexkursion interessieren, lesen Sie den ausführlichen Bericht von Bettina Billmann.
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  • Bericht von der Sommerexkursion 2019 HORTUS/NETZWERK KRÄUTER BW

    Im Rahmen der Sommerexkursion hat am Samstag, den 25. Mai 2019 die elfte HORTUS-Mitgliederversammlung stattgefunden. In der Einladung finden Sie die Versammlungsagenda und die Jahresrechnung 2018.

  • Einladung zur 11. Mitgliederversammlung von HORTUS OFFICINARUM

    Mit dem Protokoll der MGV 2018 können Sie sich das Treffen im letzten Jahr noch einmal in Erinnerung rufen.

  • Protokoll der Mitgliederversammlung 2018


    Das Frühjahr 2019 beginnt bei HORTUS OFFICINARUM mit neuen Aktivitäten! Drei HORTUS-Partnerbetriebe arbeiten im Johanniskraut-Züchtungsprojekt zusammen, der Erhaltungsanbau für die Genbank geht in eine neue Runde und Mitgliederversammlung und Sommerexkursion sind geplant.

  • Lesen Sie Genaueres hier im Rundbrief Nr. 16!


    HORTUS OFFICINARUM ist 2018 zehn Jahre alt geworden! Der Jubiläumsrundbrief berichtet von den in dieser Zeit ergriffenen Tätigkeitsfeldern, stellt eine alte und gleichzeitig moderne Heilpflanze vor und blickt auf die Vereinsaktivitäten zurück. Sie können ihn hier herunterladen:

  • HORTUS-Jubiläums-Rundbrief Herbst 2018


    Koberwitz 2018: Vom 29. August bis 3. September fand unter der Schirmherrschaft von HORTUS OFFICINARUM eine Jubiläums-Studienreise nach Niederschlesien statt. Einen Eindruck von der in dieser Gegend erlebbaren architektonischen Schönheit gibt der Blick auf den historischen Marktplatz von Breslau, dem Zentrum einer modernen Universitäts- und Industriestadt (siehe oben). Dr.med. Christian Schopper aus Zürich und Josefus Zuchantke aus Bolkow führten in die geistigen Hintergründe des Geschehens in der Zeit ein, in der der Landwirtschaftliche Kurs von Rudolf Steiner gehalten wurde.
    Eduard Willareth war dabei und hat einen Reisebericht verfasst - Sie können ihn hier herunterladen:

  • Bericht von der Reise nach Koberwitz



    Der Rundbrief Nr. 14 des Vereins HORTUS OFFICINARUM stellt die Hochsommerpflanze par excellence in den Mittelpunkt: Das Johanniskraut. Sie können ihn hier herunterladen:

  • "HORTUS-Rundbrief Frühjahr 2018"


    Die HORTUS-Mitgliederversammlung 2018 hat am 9./10. Juni im Rahmen einer Sommerexkursion nach Bayern stattgefunden. Gemeinsam mit dem Netzwerk Kräuter sind wir in der Firma SALUS Haus sehr freundlich empfangen worden und haben spannende Führungen genossen. Finden Sie hier den Bericht von Bettina Billmann

  • Bericht zur Sommerexkursion HORTUS OFFICINARUM und Netzwerk Kräuter 2018



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    Der 13. Rundbrief für Mitglieder des Vereins HORTUS OFFICINARUM berichtet von den Aktivitäten des Sommers und von neuen Projekten. Sie sind eingeladen, ihn zu lesen und können ihn hier herunterladen:

  • "HORTUS-Rundbrief Herbst 2017"



    HORTUS OFFICINARUM-Stand am Herbstfest der WELEDA in Schwäbisch-Gmünd

    Auf Initiative von HORTUS-Präsident Andreas Ellenberger haben sich Engagierte zur Herausgabe von Porträts der biologisch-dynamischen Pioniere in der Schweiz durch den demeter-Konsumentenverein zusammengefunden.
    Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten zu den bisher erschienenen Bänden über Ilmar Randuja (M. Spaar) und Peter Blaser (A. Ellenberger & A. Blaser) finden Sie hier:

    Neuerscheinung: Ilmar Randujas Lebenswerk


    «… diese Gedanken auch wirklich selber denken lernen»



    Über Neuigkeiten vom Verein HORTUS OFFCINARUM informiert Sie unser 12. Rundbrief vom Frühjahr 2017, den Sie hier herunterladen können.
  • "HORTUS Rundbrief Frühjahr 2017"



    Neu erschienen ist 2018 im SALUMED-Verlag das Buch "Anthroposophische Pharmazie".



    Die Herausgeber haben als Verfasser zahlreiche Spezialisten aus den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktion und Medizin zum Versuch eingeladen, die anthroposophische Pharmazie in ihrer ganzen Breite darzustellen. Unter dem Motto VERSTEHEN – HERSTELLEN – ANWENDEN bietet das Buch eine nachvollziehbare Darstellung der Grundlagen anthroposophischer Naturkunde, Pharmazie und Medizin. Im Kapitel über Heilpflanzen haben ehemalige und aktuelle HORTUS-MitarbeiterInnen mitgewirkt: Rolf Bucher, Ruth Richter und Michael Straub.
    Im Geleitwort von Prof. Dr. Rolf Daniels vom Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie der Universität Tübingen heisst es: „Das vorliegende Lehrbuch Anthroposophische Pharmazie ist ein erster, aus meiner Sicht sehr gut gelungener Ansatz, vielschichtige Aspekte strukturiert zusammenzuführen. Denjenigen, die mit der Entwicklung, Zusammensetzung und Herstellung, aber auch der Zulassung von anthroposophischen Arzneimitteln befasst sind, sowie natürlich allen anderen an der Thematik Interessierten, werden hier Zusatzinformationen an die Hand gegeben, die in klassischen pharmazeutischen Lehrbüchern und den gültigen Arzneibüchern nicht zu finden sind.“

    Hier können Sie sich über den Inhalt des Buches informieren:

  • Inhaltsverzeichnis Anthroposophische Pharmazie

    Bestellung und Information Anthroposophische Pharmazie



    ‹Züchtungspromille› auf allen Lebensmitteln Saatgut steht durch Patentierung und Verlust der Agrobiodiversität weltweit unter Druck. Die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum und die Getreidezüchtung Peter Kunz fordern in einer Studie die Einführung eines Züchtungspromilles und rechtlich anerkannte Nutzungsgemeinschaften.

    Lesen Sie hier zum Inhalt:

  • "Saatgut als Gemeingut"





    Lesen Sie auch die neuesten Informationen von und über HORTUS OFFICINARUM im 9. Rundbrief für unsere Mitglieder:


    Einblick in den WALA Heilpflanzengarten


    Die neuesten Informationen von und über Hortus officinarum finden Sie im 8. Rundbrief für unsere Mitglieder






    Bericht über die Aktivitäten des Vereins HORTUS OFFICINARUM im Jahr 2013




    Studie über Patente auf Pflanzen:

    • Eva Gelinsky hat im Auftrag der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit eine Studie über Patente auf Pflanzen und ihre möglichen Auswirkungen auf die gentechnikfreie Saatgutarbeit erstellt
    • Biopatente und Agrarmodernisierung


    Die magischen Elf

    Vorstandsmitglied Michael Straub hat mit dem Arzt Frank Meyer ein magisches Buch über Heilpflanzen geschrieben. In vielfältigen Darstellungen wurden ganz besondere Vertreter aus der Heiltradition porträtiert. Alle werden seit Jahrzehnten im WELEDA Garten angebaut und haben sich in der Hausarztpraxis von Frank Meyer bewährt. Die Autoren wollen mit den LeserInnen ihre Begeisterung für die grünen Helfer teilen und haben in ihre Beschreibungen das ganze Spektrum von Mythen bis zu konkreten Empfehlungen für die Selbstbehandlung einfliessen lassen.
    Die einleitenden Kapitel geben einen kurzen Überblick über die Geschichte der Heilpflanzenkunde und führen in die verschiedenen Anwendungsweisen ein. Unter den magischen Elf finden sich einheimische Pflanzen, die aus alter Tradition verwendet werden wie Arnika, Brennnessel und Johanniskraut, aber auch weniger bekannte, die in der anthroposophischen Medizin zu wirksamen Heilmitteln komponiert werden, wie verschiedenen Farne oder das Bryophyllum. Ein ausführliches Register der Krankheitsbilder erleichtert den Gebrauch der Hausapotheke, die sich LeserInnen nach der Lektüre des Buches vielleicht anlegen wollen.


     

    Neues Hortus-Projekt 2011

    In Kooperation mit Hortus officinarum hat Tanja Paeslack mit einigen Mitarbeitern im Heilpflanzengarten der Weleda Schwäbisch-Gmünd 2011 Untersuchungen zur Kultivierung und Vermehrung der kanadischen Gelbwurz durchgeführt. Die Ergebnisse der Arbeit sind unten zusammengefasst.

    • Bericht Frühling 2012


    • SKEK-Projekt

      "Hortus officinarum“ hat sich im Rahmen des nationalen Aktionsplans mit einem Projekt an der Erhaltung der Kulturpflanzen-Vielfalt in der Schweiz beteiligt. In Zusammenarbeit mit den Gärtnereien der Weleda Arlesheim und des Goetheanum wurden neun Heilpflanzen angebaut und dokumentiert, deren Saatgut in der nationalen Datenbank eingelagert wird. Das Projekt war auf zwei Jahre beschränkt und dank der Beiträge des Bundes finanziell selbsttragend. Haben Sie Interesse? Hier können sie den Schlussbericht lesen.







    Hafer: eine bald vergessene Kulturpflanze?

    Biodiversität bei Kulturpflanzen – Europas Verantwortung für die Züchtung


    Bericht: Ruth Richter

    An der Fachtagung des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (NAP) in Zollikofen kam die Vorreiterrolle der Schweiz bei der Förderung der Biodiversität von Kulturpflanzen zur Sprache. Die von der Schweizerischen Kommission für die Erhaltung von Kulturpflanzen organisierte Veranstaltung war mit etwas über hundert Teilnehmenden – vorwiegend aus den im Aktionsplan tätigen Arbeitsgruppen – gut besucht.

    Die globale Sicht auf die steigenden Nahrungsbedürfnisse der Weltbevölkerung und die gleichzeitige Verknappung kultivierbarer Flächen müsse bei jeder zukunftsgerichteten Agrarpolitik einbezogen werden, betonte Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, der sich massgeblich für die Förderung des NAP eingesetzt hat. Daraus ergebe sich als höchste Priorität ein optimierter Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Die Auffindung und Erhaltung der pflanzengenetischen Vielfalt aus Schweizer Gärten durch die Arbeit des NAP und der Stiftung ProSpecieRara hat nach Professor Peter Stamp von der ETH Zürich erfolgreich den Wert der Vielfalt im Kulturpflanzenbereich im öffentlichen Bewusstsein verankert.

    Konservierung statt Entwicklung

    Gleichzeitig mahnte er an, dass es bisher nicht gelungen sei, diese genetische Vielfalt auch auf unsere Ackerflächen zu übertragen, da die Landwirte mehrheitlich den Anreizen des biologisch-technischen Fortschrittes folgen. Darin spiegelt sich auch die Ausrichtung der grossen Züchtungsfirmen, die sich auf die Entwicklung der wenigen bereits etablierten Arten wie Weizen und Mais konzentrieren. So sind z.B. Hafer und Roggen in den letzten 20 Jahren zu Nischenkulturen geworden und verlieren zunehmend – wie auch andere Kulturarten - den Anschluss an den züchterischen Fortschritt. Peter Stamp wies darauf hin, dass Europa in der Züchtung von Kulturpflanzen für die Zukunft wegen seiner guten Böden und dem für viele Arten günstigen Klima eine besondere Verantwortung habe. Am Beispiel von Zuckerrübe, Raps und Sonnenblume, deren Züchtung aufgrund neuer Bedürfnisse des Weltmarktes durch politische Fördermassnahmen vorangetrieben wurde, zeigte er auf, dass es heute der Mensch ist, der bewusst neue Kulturpflanzen schafft.

    Lebensnotwendige Vielfalt

    Die Notwendigkeit, die Vielfalt der global grossflächig angebauten Arten zu steigern, ergibt sich direkt aus dem Ziel der nachhaltigen Nutzung der Kulturflächen: die Fruchtfolgen müssen erweitert werden, um die Nährstoffbalance der Böden zu gewährleisten. Die Bodenfruchtbarkeit bleibt nur bei vielfältiger Nutzung erhalten. Neue „alte“ Kulturarten können nach Stamp nur mit Hilfe staatlicher Förderung auf ein züchterisches Niveau gebracht werden, das den für einen grossflächigen Anbau heute gegebenen Erfordernissen der landwirtschaftlichen Technik, der Logistik der Verarbeitung und den Qualitätsansprüchen der KonsumentInnen entspricht. So hätte z.B. der Buchweizen – aufgrund seiner kurzen Kulturdauer als Nachkultur in der Fruchtfolge geeignet - nur eine Chance, wenn durch Züchtung eine gleichmässige Abreifung erreicht wird, so dass mit dem Mähdrescher geerntet werden kann.

    Gesellschaftliche Verantwortung

    Auch Bèla Bartha, Geschäftsführer von ProSpecieRara, sieht in der bisherigen Umsetzung des NAP zur Konservierung der Saatgutvielfalt eine wichtige Grundlage, der jetzt eine neue Strategie folgen muss. Zu fördern seien Projekte, die Evaluation und Vermarktung ausgewählter Arten und Sorten durch die Einbettung in die ganze Produktionskette zum Ziel haben. Die Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen kann laut Stamm und Bartha nur durch langfristiges öffentliches Engagement erfolgen, das privaten Züchtungsinitiativen eine kontinuierliche Entwicklungs- und Züchtungsarbeit ermöglicht. Die Züchtung von Kulturpflanzen für die Menschheit als Aufgabe Europas, getragen von Staat und Gesellschaft - zu diesem Postulat kann auch eine Auffassung führen, die Züchtung als Kulturtat und Bestandteil des Geisteslebens sieht; als Tätigkeit, die das Geistige im Menschen konkret – bis ins Materielle hinein – mit dem Geistigen in der Welt zusammenführt .



    2. Mitgliederversammlung Hortus officinarum auf der Rheinau am 19. September 2010









    Führung von Amadeus Zschunke über die Pflanzenzüchtung der Sativa AG
    Bericht: Ruth Richter

    Nach unserem Vereinstreffen hat Amadeus freundlicherweise eine kleine Einführung in die Züchtungsarbeit von Sativa angeboten. Er zeigte uns einige Züchtungs- und Vermehrungspopulationen verschiedener Kulturen und die Tunnels, in denen die Samenträger aufbewahrt, bzw. neu gepflanzt werden. Auf der Rheinau selbst, wo die Sativa 15 MitarbeiterInnen hat, erfolgt im Anbau auf 7-8 ha auf verschiedenen Parzellen hauptsächlich die züchterische Bearbeitung: sowohl die Herstellung von neuen Sorten, als auch die Erhaltung bestehender Sorten durch Selektion. Das hierbei gewonnene Saatgut wird auf ca. 40 Vermehrungsbetrieben mit insgesamt 500 ha Anbaufläche für den Verkauf vermehrt. Die allgemeine Ausrichtung von Zuchtprojekten zielt vor allem Kulturen und Sorten, die auf dem konventionellen Markt nur oder fast nur als Hybridsaatgut angeboten werden. Dieses wird auch in professionellen Bio- und Demeter-Gemüsebaubetrieben verwendet, da es in der Regel kein biologisches Saatgut mit den jeweiligen spezifischen Sorteneigenschaften gibt. Dazu gehören: Auberginen, Kohlrabi, Möhren, Zuckermais und Zwiebeln. Die Züchtung ist auf professionelle Bio-Anbauer ausgerichtet. Das bedeutet, dass das Saatgut hohe Anforderungen mit grosser Präzision erfüllen muss.

    Beispiel Zuckermais
    Am Beispiel Zuckermais wurden die Saatgutproblematik im konventionellen Bereich, einige vom Markt geforderte Sorteneigenschaften und das züchterische Vorgehen der Sativa erläutert. Zuckermais unterscheidet sich vom Futtermais dadurch, dass in den Körnern mehr Zucker gebildet und langsamer in Stärke umgewandelt wird. Bei der ursprünglich von den Hopi stammenden Kulturpflanze wurde in den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts eine zuckerreiche Mutation (se = sugary enhanced) entdeckt und weiter vermehrt. Eine weitere Mutation (sh2 = shrunken seeds) in den sechziger Jahren wurde zur züchterischen Grundlage der noch süsseren, eben „extrasüssen“ Sorten, von denen alle heute angebauten Zuckermaissorten abstammen. Hier ist die Umwandlung von Zucker in Stärke nochmals um einige Tage verzögert. Eine weitere Sortengruppe, die so genannten „synergistics“ entstand in den neunziger Jahren durch Kreuzung von se- und sh2-Typen.

    Sorteneigenschaften
    Die erste Bedingung, die erfüllt sein muss, damit das Saatgut gekauft und verwendet wird, ist ein weitgehend gleiches Ertragsniveau, wie es der Erwerbsgärtner von Hybridsorten erwarten kann. Der wirtschaftliche Druck ist im Erwerbsanbau so gross, dass sich kein Betrieb 10% weniger Ertrag leisten kann, weil er Biosaatgut verwendet. Weitere entscheidende Sorteneigenschaften sind der verlässliche Erntetermin und eine relativ präzise Produktgrösse. Es gibt beim Zuckermais frühe, mittelfrühe und späte Sorten, deren Reifezeitpunkt auf Tage genau terminiert ist, um die betriebs-, bzw. marktwirtschaftlichen Bedingungen zu erfüllen. Eine weitere Anforderung an die Sorten sind einheitliche Grössen der Kolben. So müssen beispielsweise Maiskolben für Foodtainer Verpackung mindestens 20 cm und höchstens 25 cm lang sein. Alle zu kleinen, aber auch alle zu grossen Kolben sind Abfall. Dies setzt eine grosse Einheitlichkeit des Bestandes voraus, die mit Hybridsaatgut einfach und optimal erreicht wird. Die Kreuzung zweier Inzuchtlinien führt in der Hybridzüchtung zum so genannten „Heterosiseffekt“ in der ersten Generation, der Eigenschaften wie Wachstumsgeschwindigkeit, Grösse und Ertrag massgeblich verbessern kann. Zudem sind die direkten Nachkommen der Kreuzung untereinander genetisch gleich, das heisst, die Bestände sind extrem homogen. Da die Erzeugung von Hybridsaatgut aufwendig ist, wird Zuckermaissaatgut nur von wenigen Firmen - vor allem von Monsanto und Syngenta – angeboten. 90% der weltweiten Saatgutproduktion stammen aus einem Anbaugebiet in den USA. Dabei handelt es sich durchwegs um Hybriden aus der Gruppe des „doppelsüssen Zuckermaises“.

    Sativa-Züchtung: künstlerische Technik
    Die Etablierung dieser Eigenschaften bei offen abblühenden Sorten stellt eine grosse Herausforderung an die Züchtungsarbeit dar. Eine zeitgemässe Biozüchtung kann auf den Fortschritt, der durch die konventionelle Pflanzenzüchtung in den letzten 50 Jahren erreicht worden ist, nicht verzichten. Deshalb gehen die Sativa-Züchter zu Beginn einer Sortenentwicklung von einer möglichst breiten genetischen Basis aus, in der die in der konventionellen Züchtung entwickelten Eigenschaften möglichst umfänglich enthalten sind. Ausgeschlossen sind dabei selbstverständlich gentechnisch veränderte Sorten und solches, das mit anderen, nicht biokonformen Techniken entwickelt wurde, wie z.B. cms-Hybriden. Beim Zuckermais wurden als Ausgangspopulation 60 Hybridsorten gemeinsam angebaut. In der ersten Nachbaugeneration (F1) wurden die Pflanzen geselbstet, das heisst, es wurde durch Eintüten eine Fremdbestäubung verhindert. Im nächsten Jahr (F2) verringerte sich erwartungsgemäss der Ertrag, und zwar auf 70% des Durchschnittsertrages der Ausgangssorten. In dieser Generation wurden die Pflanzen nach ihrem Reifezeitpunkt sortiert. Die Bestimmung der wertgebenden Eigenschaften erfolgte also nach der Blüte. Im folgenden Anbaujahr wurden in den nach Reifezeitpunkten getrennten Populationen Pollen von besonders starkwüchsigen Pflanzen gesammelt. Die Pflanzen der gleichen „Sorte“ wurden mit dieser „künstlichen Pollenwolke“ gezielt bestäubt. Nach weiteren 4 Jahren wurde bei diesem Vorgehen insgesamt wieder 100% des Ausgangsgesamtertrages erreicht. Allerdings entsprachen nicht alle geernteten Kolben den exakten Grössenvorgaben. Der marktfähige Ertrag liegt zwischen 80 und 90%. Bezüglich des Blüh/Reifezeitpunktes wurden drei Sorten entwickelt: früh, mittelfrüh und spät. Die definierte Blütezeit bei den einzelnen Reifegruppen liegt bei den Sativa-Populationen bisher innerhalb von 7 Tagen, gegenüber 5 Tagen bei den konventionellen Ausgangssorten. Die Homogenität der Bestände war ausreichend, um Versuchssaatgut an interessierte Anbauer abgeben zu können, auch wenn der Grad an Einheitlichkeit der Hybridsorten noch nicht erreicht wurde. Die Anbauergebnisse lassen eine Sortenanmeldung im Jahr 2011 als realisierbar erscheinen.



    Zulassung und Anerkennung der Züchtungsarbeit
    Kriterium für die Zulassung einer offiziellen Sorte ist der Nachweis von neuen, bisher auf dem Markt nicht angebotenen Sorteneigenschaften. Eine Eigenschaft, die den Sativa-Zuckermais von allen bisher verfügbaren Sorten abhebt, ist die Tatsache, dass es sich nicht um Hybridsaatgut handelt. Ein weiteres Merkmal ist die schnelle und starke Entwicklung im Jugendstadium, die gerade für biologische Anbausysteme einen grossen Vorteil darstellt. Rasches Jugendwachstum und die damit einhergehende Bodendeckung der Kulturen verhindern die Verunkrautung, was eine erhebliche Einsparung an Arbeitszeit bedeutet. Das Zuckermaiszuchtprojekt der Sativa wurde 2009 mit dem Bio Suisse Förderpreis ausgezeichnet.

    Möhrenzucht
    Zum Abschluss der Führung waren wir zu einem Möhrensaftcocktail eingeladen. Am gleichen Tag gepresste Möhren einer Hybridsorte und von einem Sativa-Zuchtstamm aus der gleichen Gruppe standen zur Verkostung bereit. Die Sorten waren auf dem gleichen Feld unter identischen Bedingungen angebaut worden. Die unterschiedlichen Geschmackserlebnisse gaben einen Eindruck von der Bedeutung der beim Sativa-Zuchtprojekt am höchsten gewichteten Eigenschaft: Hier ist der Geschmack ein führendes Zuchtkriterium. In der konventionellen Züchtung wird und wurde bei den Möhren auf Ertrag, Erntezeitpunkt, Form und Farbe der Möhren und auf eine handelsoptimierte Grösse selektiert. Wie beim Mais ist auch hier ist die gewünschte Einheitlichkeit am besten mit Hybridsaatgut erreichbar. Ähnlich wie beim Zuckermais wurde die Ausgangspopulation aus den verfügbaren Hybrid- aber aus auch frei abblühenden Sorten einer Reifegruppe zusammengestellt. Ausgewählte Gruppen blühen in den folgenden Generationen zusammen ab. Die Pflanze ist zweijährig, d.h. die wertgebenden Eigenschaften der Wurzel können vor der nächsten Blüte und Samenernte bestimmt werden. Aus jedem Zuchtstamm einer Möhrengruppe wird ein Saft hergestellt, bei dem der Brixwert (Mass für die lösliche Trockensubstanz, welche stark mit dem Zuckergehalt korreliert) gemessen wird. Wichtigstes Kriterium ist aber die Verkostung, die in der Regel durch ein Mitarbeiterteam an täglich bis zu 15 Säften durchgeführt wird. Für die Verkostung wurde ein Fragebogen ausgearbeitet, der eine Kriterienliste für den Geschmack enthält. Diese Protokolle werden von allen Teilnehmern der Verkostung ausgefüllt. Da manche MitarbeiterInnen sich seit Jahren an diesen Vergleichen beteiligen, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um ein geschultes und sensibles Verkostungs-Panel handelt, wie es andernorts für die Qualitätsbestimmung von Teechargen oder Weinen beschäftigt wird. (Eine kürzlich durchgeführte Degustation mit einer ungeschulten Schülergruppe kam allerdings zu vergleichbaren Ergebnissen.) Bei der Selektion auf Geschmack werden die besten Einzelpflanzen aus jeder Gruppe ausgewählt. Bei Möhren kann man unten ein Stück abschneiden, dennoch kann die gleiche Rübe problemlos im nächsten Frühjahr als Samenträger gepflanzt werden. So ist es möglich, jede Möhre einzeln zu verkosten und dadurch ausgewählte Möhren-Individuen zu Elite-Saatgut auszubilden. Sativa züchtet in den Reifegruppen früher, mittelfrüher und später Sorten (Lagermöhren).


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